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Newsletter Januar 2024

Newsletter Januar 2024

Hallo zusammen,

hier kommen ein paar Baustellen, an denen ich derzeit herumgrübele:

Machen wir in Therapie und Training bei Hunden immer dasselbe?

Eine Kollegin (verhaltensmedizinische Tierärztin und Hundetrainerin) sagte letztes Jahr zu mir: „Verhaltenstherapie ist ja immer dasselbe. Managen, Gegenkonditionieren, Alternativverhalten, Desensibilisierung. Das wars.“

Das hat mich überrascht und wütend gemacht. Es gibt so viel mehr! Und es gibt noch so viel zu lernen! Jedes Jahr kommen neue Ansichten und Erkenntnisse hinzu.

Noch nie in meinem Berufsleben habe ich in einem Jahr dasselbe gemacht wie im Jahr davor. 2023 mache ich Erfahrungen und lese und höre neue Ideen, die meine Arbeit 2024 bereichern oder sogar verändern.

Wie traurig wäre es, wenn Alles immer gleich wäre.

Daraus entstand folgende Frage:

Warum wenden wir bei Tieren nur Verhaltenstherapie an?

Natürlich gehören zur Verhaltenstherapie (Managen, Gegenkonditionieren, Alternativverhalten, Desensibilisierung etc.) eine riesige Menge von Techniken und Möglichkeiten. Und wir werden jedes Jahr neu inspiriert. Denkt mal nur an die Ideen, die in den letzten Jahren im Bereich Medical Training oder Allein-Bleibe-Training hinzugekommen sind!

Und wir ergänzen dies ja auch durch Maßnahmen wie artgerechte Haltung und Enrichement.

Aber trotzdem…

Was ist mit Ansätzen aus folgenden Bereichen?

  • Entwicklungspsychologie (Sie beschäftigt sich damit, wie das Nervensystem sich bei Heranwachsen entwickelt – und welche Einflüsse eine Rolle spielen. Sie entwickelt Hilfe für die Lebewesen, deren Heranwachsen nicht optimal verlaufen ist.)
  • Bindungsfokussierte Psychologie (Soziale Lebewesen sind beziehungsfähig. Sie „können Beziehung“ und wünschen sich Beziehungen. Die bindungsfokussierte Psychologie untersucht die guten und nicht-so-guten Prozesse, die in Beziehungen ablaufen. Welche Folgen hat das für die Gesamtverfassung eines Lebewesens? Welche Elemente einer Beziehung (z.B. Beschäftigung miteinander) können heilsam sein?)
  • Körperorientierte Psychologie (Gefühle und andere psychologische Vorgänge laufen nicht nur im Kopf ab. Tatsächlich ist unser ganzer Organismus beteiligt! Deswegen können Körpererfahrungen sehr positive Auswirkungen haben. Es gibt eine Menge Ideen zum Beispiel zu Bewegung. Auch Entspannungstechniken können in diesen Bereich gehören!)
  • Trauma-Psychologie (Sie geht davon aus, dass traumatische Erfahrungen Gehirn und Körper dauerhaft verändern. Deswegen funktionieren verhaltenstherapeutische Techniken bei traumatisierten Lebewesen anders.)
  • Positive Psychologie (Sie konzentriert sich darauf, innere Fähigkeiten („Ressourcen“) aufzubauen und auszubauen. So kann ein ängstliches Lebewesen zum Beispiel Neugierde entwickeln. Oder Freude am Ausprobieren.)

Es gibt sicher noch mehr. Es gibt so viel zu entdecken und zu erleben.

Was denkt Ihr darüber?

Habe ich Euch neugierig gemacht?

Folgende Autoren haben mich zu diesen Themen besonders bereichert: Deb Dana, Jonathan Baylin, Daniel A. Hughes, Bruce Perry, Bessel van der Kolk, Peter Levine. Bücher von ihnen sind auch auf Deutsch erschienen.

Oder Ihr besucht meine Seminare, Vorträge und Online-Veranstaltungen. Meine Seminar-Homepage ist auf dem neuesten Stand:

www.maria-hense.de

2024 rede ich endlich wieder in Österreich und in der Schweiz. Ich freue mich auf Euch!

Herzliche Grüße von
Maria

P.s. Für alle, die sich auf den nächsten Hundeverrückt-Abend freuen: Er wird am 28.Februar stattfinden. Weitere Infos folgen.

Newsletter Oktober 2023

Newsletter Oktober 2023

Hallo liebe Helden und Heldinnen!

Im September bin ich auf die „Invictus Games“ aufmerksam geworden. Das sind sportliche Wettkämpfe für Soldatinnen und Soldaten, die erkrankt oder verwundet sind. Irgendwie hat mich das Konzept fasziniert. Ich lerne bei meiner Arbeit Hunde und andere Tiere kennen, die nach schlechten Erfahrungen wieder zurück ins Leben finden. Sie sind psychisch „krank oder verwundet“.

Deswegen wollte ich mehr über die „Invictus Games“ wissen. Welche Rolle spielt Bewegung? Erfolge? Zusammensein? Das Gefühl für die eigene Stärke?

Wie wichtig ist Akzeptanz? Schaut Euch mal Videos der Spiele an. Da laufen Leute herum und verstecken ihre Einschränkungen nicht. Man kann sehen, welche Gliedmaßen fehlen, oder die Narben und Verbrennungen. In den Videos seht Ihr manchmal Menschen mit Angst, die von anderen unterstützt werden. Was bedeutet Akzeptanz für diese Leute?

Es hat mich so fasziniert, dass ich hingefahren bin. Es war eine große Veranstaltung mit einer Unmenge von Eindrücken. Es wird noch eine Zeitlang brauchen, bis ich das Alles durchdacht habe.

Eines weiß ich aber schon heute:

Auch bei Hunden ist Akzeptanz der erste und wichtigste Schritt.

Wenn wir Bezugspersonen denken:

„Ja, im Augenblick bist Du so. Du verhältst Dich auf diese Weise. Das akzeptiere ich.“

Dann können weitere Schritte kommen. Also: „Du bist in Ordnung. Und was machen wir als Nächstes?“.

 

Eine solche kleine Heldin ist Zuma.

Sie ist eine kleiner Malteserin, nur 2 kg schwer. 3 Jahre lang hat sie in einem Hoarding-Haushalt gelebt. Sie ist körperlich zu klein und blind und wackelig. Nach ihrer Rettung drehte sie sich lange Zeit im Kreis. Lange. Immer weiter.

Mittlerweile ist sie in einer Tierarztpraxis sehr komfortabel untergebracht. Ihre neuen Menschen haben gelernt: Wie kann sie fressen und trinken? Was wäre eine sichere, gemütliche Umgebung für sie? Wie kann sie verstehen, dass es jetzt Menschen gibt, die sie gernhaben? Braucht sie Medikamente? Diese Fragen wurden nach bestem Wissen beantwortet. Manchmal war es ein Ausprobieren…

Nach wenigen Tagen begann sich ihr Verhalten zu ändern. Sie begann ihre Menschen wieder zu erkennen, freute sich über sie. Das Drehen wurde weniger. Sie konnte Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen. Und sie erkundete ihre Umgebung. Neuerdings kann sie aus einem Napf fressen!

Niemand weiß, wie weit sie sich entwickeln wird. Aber all ihre Fortschritte werden gefeiert. Ihre Erfolge werden anerkannt.

Nun werden ganz vorsichtig neue Erfahrungen angeboten. Jedes Erlebnis ist ein Ausprobieren: Schafft sie Gras? Eine Leine? Bisher ist sie den Herausforderungen gewachsen. Mal sehen, was noch kommt!

 

Die Hundewelt ist abwechslungsreich – wie immer.

Hier kommen ein paar interessante Sachen:

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Das Buch „The Black Dog“ ist auf dem Markt. Sandra Foltin erklärt darin, ob und wie psychische Krankheiten des Menschen auf den Hund passen. Übersichtlich, optisch schön und knackig beantwortet sie alle Fragen, die Ihr dazu habt. Interessant!

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Dr.Daniela Zurr hat einen neuen Vortrag auf Dog Ibox: „Darmgesundheit und Verhalten“. Viele Hunde kämpfen nicht nur mit emotionalen Herausforderungen – sondern sind zugleich darmkrank. Das hängt zusammen. Und es gibt Hilfe.

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Stress ist überall.

Es ist extrem wichtig, Stress beim Hund zu verstehen. Stress ist an allen Verhaltensproblemen beteiligt. Und an körperlichen Erkrankungen. Stress ist bei jeder Herausforderung dabei. Auch beim Training. Und auf Spaziergängen. Manchmal ist das gut, manchmal schlecht.

Stress ist nicht kompliziert. Und:

Das Verständnis für Stress öffnet Türen.

Denn das Verhalten von Hunden und Menschen wird verständlicher – und dadurch veränderbar!

In den letzten Jahren ist so viel an Wissen und Erfahrung zum Thema Stress neu hinzugekommen! Deswegen freue ich mich darauf, im Oktober in Hannover darüber reden zu dürfen. Schaut einmal hier: https://sunnysdogpoint.de/veranstaltungen .

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Außerdem konnte ich die Leute von animal team überreden, einen Vortrag über „Agitierte Hunde“ ins Programm aufzunehmen. Er läuft am 22.November über Zoom. Schaut mal: https://www.animal-team.com/seminare/seminardetail/seminar/online-vortrag-agitierte-hunde-mit-maria-hense.html

P.s. „Agitiert“ sind Hunde, die auf Stress mit Unruhe oder starken Reaktionen reagieren. Diese Unruhe kann schnell vorbei sein, oder lange andauern.

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Noch eine wichtige Information:

Bisher war es schwierig, mich zu erreichen. Ich habe viel zu tun. Wenn jemand einen Termin (Gespräch, Verhaltenstherapie, Training, Seminar…) haben wollte, konnte das langwierig werden.

Nun haben wir eine Lösung gefunden! Unter 0 173 – 266 7001 ist (fast) immer jemand erreichbar. So werden Fragen und Terminwünsche sofort bearbeitet.

Wir arbeiten schon ein paar Wochen mit dieser Nummer. Sie hat sich bewährt.

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Es gibt so viel zu entdecken!

Bis bald und herzliche Grüße,
Maria